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Ein kurzer geschichtlicher Rückblick anlässlich dem 100jährigen Jubiläums

100 Jahre sind zwar kein geschichtliches Zeitalter, immerhin aber eine reichlich lange Zeit, anlässlich des 100jährigen Gründungsfestes in alten Protokollen zu blättern.

Um die einzelnen Ereignisse im Ablauf dieser Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sei an Hand der Protokollbücher und aus der Erinnerung von Männern und Frauen, die mit den Geschicken „ihrer" Feuerwehr ein Leben lang verbunden waren, folgende Chronik niedergeschrieben.

 

Am 20. Mai 1894 wurde die Freiwillige Feuerwehr Berg gegründet. In dem Protokollfragment heißt es einfach: „Mehrere Einwohner Bergs gründeten ein selbständiges Feuerwehrkorps in Berg".

Doch bereits am 24. Juni 1891 fand in Berg eine Ortsversammlung statt mit dem Ziel, ein Feuerwehrhaus zu erbauen. Die Diskussion endete schließlich mit dem Beschluß, vorerst einen Löschweiher („Bassin") zu erstellen. Ein Jakob Erl stellte an der Straße Deggendorf-Egg unentgeltlich ein Grundstück zur Verfügung und Baumeister Johann Helmbrecht von Metten wurde der Bau übertragen.

Wahrscheinlich war es der verheerende Dorfbrand des Jahres 1893, der zur Gründung der Wehr 1894 führte. Im selben Jahr wurde eine „für unsere Ortschaft passende Löschmaschine" zum Preis von 545 Mark gekauft. Weiter zahlte die Wehr „270 Mark für Blusen, Spritzenfracht, Leiter und dergleichen".

Im gleichen Jahr errichtete die Gemeinde Metten ein Feuerwehrhaus zum Preise von „360 Mark". Eine Quittung vom 18.03.1885 belegt den Kauf einer Standarte: „von Messing und gut vergoldeter Stantare mit Stange". Bei all diesen Schriftstücken erscheint die An- oder Unterschrift: Vorstand Josef Liebl.
Wie schwierig es gewesen sein muss, die für unsere heutigen Verhältnisse geringen Geldmittel aufzubringen, beweisen die Bittbriefe an das kgl. Bezirksamt Deggendorf, die Gemeinde Metten oder an private Spender:
„An seine Hochwohlgeb. Herrn Grafen von Hohental und Bergen auf Schloß Egg. Bitte der Freiw. Feuerwehr Berg um gnädigste Unterstützung. Obwohl uns bekannt ist, dass Euer Hochwohlgeb, von ver­schiedenen Seiten, insbesondere von Vereinen um Unterstützung öfters an­gegangen werden, so wagten wir doch in Euerem Gasthause zu Berg statt­gefundenen Versammlung zu beschließen, in Anbetracht unserer Nothlage und hauptsächlich auf das Vertrauen zu Euerer Hochwohlgeb. Wohltätigkeitssinn uns an Euer Hochwohlgeb, mit der Bitte um gnädigste Unterstützung zu wenden. Die Freiw. Feuerwehr Berg gründete sich am 20. Mai 1894 und konnte infolgedessen von dortan nicht zur Anschaffung der nothwendigsten Ausrüstung geschritten werden. Insbesondere kauften wir uns damals eine Löschmaschine um den Preis von 545 Mark, wovon uns noch eine Schuld von 189 Mark anhaftet, und die übrigen Ausrüstungen äußerst mangelhaft sind, so ist es den in ärmlichen Verhältnissen lebenden und in den letzten Jahren mehrfach von Unglücksfällen, so vom Brand 1893, Hagel 1895 heimgesuchten Mitgliedern unmöglich alles leisten zu können. Wir geben uns daher der Hoffnung hin, daß uns der Hochwohlgeb. Herr Graf, einer nach seiner Hochwohlgeb. Ermessen Unterstützung zur Abzahlung obiger Schuld gnädigst gewähren würden. Unterthänigst gehorsamst: die Freiw. Feuerwehr Berg".
Der Herr Graf spendete am 24. November 1895 die Summe von 35 Mark. Auch am 15.08.1899 richtete Josef Liebl ein Zuschussgesuch an das kgl. Bezirksamt Deggendorf:
„....die Freiwillige Feuerwehr hat noch Schulden auf die 1894 angeschaffte Löschmaschine von 196,60 Mark, ...die Ortschaft Berg Schulden von 300 Mark für einen hergestellten Wasserbassin ..."
Der Antrag schließt:
„Wir bitten das hohe kgl. Bezirksamt uns gelegentlich seine Fürsorge nicht versagen zu wollen, dann wird die Sache mit der Zeit schon gehen".

Seit Gründung der Wehr war man bestrebt, Hilfeleistung zu geben. Rückte man am 11.05.1894 zu einem Brand in Rindberg (Murr) ohne Requisiten aus, so konnte am 13. Juni 1898 zur „Bekämpfung eines Brandes in Weibing", mit der neuen Spritze ausgerückt werden. Der erste Unfall eines aktiven Mitgliedes ereignete sich anlässlich eines Waldbrandes in Alberting am 11. September 1898. Der Steiger Alois Erl verrenkte sich den linken Arm und war „fünf Tage arbeitsunfähig und fünf Tage arbeitsbeschränkt. Demselben wurden v. d. B. Landesunterstützungskasse 9,75 Mark ausbezahlt".

Dass die Freiw. Feuerwehr Berg schon von Anfang an eine gute Feuerwehr war, bezeugen die Einträge im alten Protokollbuch über die Ereignisse der „Inspizierungen", die stets nach amtlich geäußerten „Sehr zufrieden" abwogen. Dafür spricht aber auch die Tatsache, dass die Wehr bei einem Brand in Metten am 30.06.1899 (bei Rager) mit 18 Mann und Spritze als zweite am Brandplatz erschien. Dasselbe war bei einem Brand am 21.09.1902 in Kandelbach der Fall, bei dessen Bekämpfung die F. F. Berg mit 30 Mann über 8 Stunden mithalf.

Am 15.05.1903 erscheint ein erster Beschluß: „Bei einem Sterbefall hat jedes Mitglied 20 Pfennige zu entrichten". (Unterschrift: Johann Artmeier, Vorstand). Fahnenweihe 1907: Seltsamerweise gibt es keine schriftlichen Hinweise auf die Fahnenweihe vom 11. August 1907. Nur ein Fahnenband, das dem Paten verein Metten gewidmet wurde, gibt Zeugnis von diesem Ereignis. Die F. F. Metten hat dieses Band dankenswerterweise restaurieren lassen und so ist dieses Dokument der Nachwelt erhalten. Über die mangelnde Kassenlage berichtet ein Eintrag aus dem Jahre 1921: „Die Feuerwehr beabsichtigt am Sonntag, den 9. Januar im Gasthaus Thaler in Berg einen Feuerwehrball abzuhalten. Vorstand Josef Kraus bittet die Abgabe zur Lustbarkeitssteuer der F. F. Berg zu erlassen oder doch wenigstens herabzusetzen, weil die finanziellen Mittel erschöpft sind".

Mit Einträgen über Zuschussgesuche an den Säckel des Distrikts, des Hofsekretariats, über Übungen, Versammlungen, Neuaufnahmen und Todesfälle führt das alte Protokollbuch zum ersten Brand im eigenen Wirkungsbereich: Dem Brand vom 10. Oktober 1927, dem Wohnhaus und Scheune des Xaver Stiglmeier, sowie die Scheune des Gastwirts Franz Madl zum Opfer fielen. Von 4.45 bis 9.00 Uhr früh loderte das Feuer.

Noch erwähnt sei der Brand am 13.08.1930 mittags um 11.00 Uhr im Ökonomiegebäude des Klosters Metten. Die F. F. Berg rückte mit Spritze und ca. 50 Mann an den Brandplatz. Der „Eder Kramer" zog die Spritze mit dem Pferd. Laut mündlicher Auskunft von Liebl Max war die Druckleistung der Handspritze mittlerweile so schlecht, dass nur noch der Misthaufen „bespritzt" werden konnte.

Am 30. Juli 1931 „abends 9.15 Uhr" läuteten die Glocken wieder einmal Feueralarm. Die ganze Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Berg erschien als erste am Brandplatz, dem Anwesen Josef Steininger. Wohnhaus und Stadel, beide Holzgebäude, brannten bis auf die Grundmauern nieder. „Nur das Vieh und kleinere Gegenstände konnten gerettet werden". Mit ausführlichen Schilderungen dieses Brandes schließt das alte Protokollbuch.

Ihrem verehrten Mitglied Franz Schosser zum 25-jährigen Jubiläum

von unten von links nach rechts, Namen nach der Erinnerung von Frau Karmann

Tremml Xaver, (seine Frau Tremml Lini), Moosbauer Girgl, Kandier Ludwig, Franz Schosser, Stockinger Teil (bei Helmbrecht in der Wohnung - in Rindberg gestorben), Zenger Hans (Vater von Mina und Rudi), Helmbrecht Josef, Kandier Hans, Gerl Alois, Schneider, Ebner Girgl,

Kraus Sepp, Greindl Alois, Aigner Wolfgang, Obser Gust, Batzer Karl, Rott, Steininger Sepp, Taler Sepp, Erl Alois (Mettenbuch). Helmbrecht Alois, Meier Franz (in der Wohnung von Gerl Schneider), Kasparbauer Josef, Stieglmeier Xaver, Stettmeier Xaver, König Alfons, Greindl Hans (Kleinberg), Erl Otto, Groß (Hochweid, heute Haus Leitl),

Stieglmeier Xaver (Vater), Tremml Teil, Reitmeier (im alten Zachhaus, dann Fischerdorf), Zankl Ludwig,(Wohnung Helmbrecht), Steininger Teil, Steinbauer Hans, Stettmeier Otto (von Mettenbuch, Schwiegervater von Erl), Karmann Alois von Kleinberg, Senft Otto. Liebl Max, Greindl Uttl, Riedl Ludwig, Zenger Georg, Steininger Hans, Kiefl Andreas, Helmbrecht Martin, Jakob Xaver (Wohnung Geigerhaus), Bauer Ludwig, Weber Alfons, Hof Wilhelm Willibald, Madl Franz, Wirt.

 

 

1936 - 1945

 

Aus einem Jahresbericht des Bezirksfeuerwehrverbandes Deggendorf-Land aus dem Jahre 1936: „Es ist auch für die Feuerwehren eine neue Zeit angebrochen". Mit Wirkung vom 01.01.1936 musste die F. F. Berg ihre Selbständigkeit aufgeben und den Namen ändern in „Freiwillige Feuerwehr Metten, BA Deggendorf mit

den Abteilungen Metten und Berg".

Die „Akte der Führung" gingen nach Metten über. König Alfons war Wehr­führer.

Ab 1937 musste von Fahnenweihen Abstand genommen werden, da die Feuerwehrvereine nicht mehr existierten. Trotzdem war man nicht untätig. 1935 wird eine neue tragbare Magirus- Kleinmotorspritze Modell „Goliath Ia" für 2 213,10 RM gekauft.

Um das Gerät trotz Zuschüsse finanzieren zu können, gingen die Bürger für die Jahre 1935-39 eine Zahlungsverpflichtung ein. Die meisten Unterzeichner zahlten 2 RM pro Jahr. Leider ist die alte Spritze aus nicht geklärten Umständen aus dem „Schulstadel" verschwunden und nie mehr aufgetaucht.

 

Die Kriegswirren verschonten das Heimatdorf. Allein eine Scheune der Geschwister Ebner wurde in den letzten Kriegstagen ein Raub der Flammen. Für die Feuerwehr gab es nichts zu tun — es fehlten die Männer. Der Krieg 1939-45 forderte auch von der F. F. Berg seinen Tribut und riss Lücken in die Reihen der Männer. „Im Kriegerdenkmal sind ihre Namen der späteren Generation zur Kenntnis und Ehrerbietung eingemeißelt". (Protokoll Schosser)

 

Nachkriegszeit

 

Das nächste bemerkenswerte Datum in der Chronik führt in das Jahr 1954. „Im Jahr 1954 hätte man die Feuerwehr besser in „Wasserwehr" umgetauft", schreibt Franz Schosser. 1954 war das Jahr des Hochwassers. Tag und Nacht standen alle verfügbaren Männer der Berger Wehr im Katastropheneinsatz. In Fischerdorf, in Metten und Helfkam halfen sie nach besten Kräften, noch größeren Schaden zu verhindern.

Mit Verspätung feierte die F. F. Berg am 3. Juli 1955 den sechzigsten Jahrestag ihrer Gründung. „Gleichzeitig schmückte sie sich mit einem neuen äußeren Zeichen — der Fahne", nach Schosser.

Die alte Fahne aus dem Jahr 1907 wurde während des III. Reiches in der Kirche in einem Raum über dem „Läuthäusl" aufbewahrt oder versteckt, wo sie ohne Schutz langsam verrottete — eigentlich schade!

Kommandant Kasparbauer konnte durch großzügige Spenden der Bevölkerung von Berg und Umgebung den erforderlichen Betrag von 1050.-DM für die neue Fahne und weitere 500.-DM für die Fahnenbänder aufbringen.

Der große Festtag war gekommen:



von links: Weber Hanelore, Kraus Gerda, Eibl Edith, Murr Inge, Kandier Martha, Gegenfurtner Cacilia. Jungbeek Anna, Kasparbauer Josef, Ochsenbauer Maria, Helmbrecht Anna, Kandier Renate, Pater Canisius Griebl, Stettmeier Rosa, Erl Anna, Liebl Inge, Lang Agnes, Mader Gerda, Jungbeck Maria, Jungbeck Alois, Helmbrecht Maria.
 

von links: Stettmeier Rosa, Kandier Martha, Lang Agnes, Gegenfurtner Cäcilia, Jungbeck Anna. Liebl Inge.

 

Kirchenzug mit der Blaskapelle Artmeier Unter den Gästen: Stockinger, Landrat Heigl, Bürgermeister Kufner, Kommandant Kasparbauer.


 

Franz Schosser resümiert: „Der 3. Juli war für die Berger ein Volksfesttag, wie er so schnell nicht wiederkehren dürfte".

 

In den Folgejahren bis 1967 sind nur wenige, aus Feuerwehrsicht, Ereignisse im Protokoll verzeichnet. 1956 bekam die Wehr einen Zweiradanhänger, der bis 1974 seine Dienste tat. Zwei Todesfälle riefen allgemeines Bedauern hervor: 1956 verstarb Schneidermeister Gerl Alois, nachdem er 28 Jahre ehrenamtlich die Kasse verwaltet hatte. Mit dem Tod von Oberlehrer Franz Schosser, „des Herrn von Berg" am 22.07.1957, ging ein Mann, der lange Zeit segensreich in Berg zum Wohle des Dorfes und seiner Bürger gewirkt hat.

 

Dass der „Verein" auch von internen „Bränden" nicht verschont blieb, zeigte der Rücktritt des langjährigen Kommandanten Josef Kasparbauer und des 2. Kommandanten Karmann Max 1959. Bürgermeister Xaver Lohmer mußte alle Künste anwenden, um eine neue Vorstandschaft zu gewinnen: 1. Kom. Xaver Egginger, 2. Kom. Albert Freundorfer.

Das Jahr 1963 hatte kaum begonnen, da steht in der Chronik über die Generalversammlung vom 12.01.1963: „Plötzlich standen die anwesenden Mitglieder und die ganze Wehr vor einer unerwarteten Krise". Xaver Egginger trat als 1. Kom. zurück. „Nach über 1 Stunde Beratung und mehreren Vorschlägen stellte sich Kamerad Karl Geiger , Berg, für diesen Posten zur Verfügung".

In den nächsten Jahren verlief das Vereinsleben wie gewohnt: Feuerwehrball (1964: 1,50 DM Eintritt), Generalversammlung, Haupt- und Abteilungs­übungen, Leistungsabzeichen, Fahnenweihen und Gründungsfeste benachbarter Vereine, Heldengedenktag und Christbaumversteigerung. Der Übungsbesuch musste zwischenzeitlich nicht recht gut gewesen sein, weil Kom. Geiger 1 .-DM Strafe für den forderte, der unentschuldigt einer Übung fernblieb.

Bei einer Versammlung bemängelte Josef Kraus das Fehlen einer Sirene: „Bis jetzt läutet nur die eine Kirchenglocke, da weiß man nicht, ist jemand gestorben oder brennt's irgendwo!" Erst am 10. Juli 1970 wurde eine Sirene installiert. Große Freude herrschte im Ort, als nach längerer Bauzeit und erheblichen Schwierigkeiten das neue Feuerwehrhaus der Bestimmung übergeben werden konnte. (16.07.1967)

Ein Jahr später, am 27.04.1968, wurde die langersehnte neue Tragkraftspritze TS 8 an Kommandant Geiger übergeben. Pater Corbinian Plaschczek weihte bei einer schlichten Feier die Motorspritze in Anwesenheit von Kreisbrandinspektor Stadler, Landratstellvertreter Anton Dankesreiter und Bürgermeister Lohmer ein. Geschichtlich interessant erscheint der Protokollauszug aus der Generalversammlung vom 13.01.1968:
„Bei Beerdigungen am Arbeitstage entstehen immer Schwierigkeiten in der Gestellung von Trägern ................. , weshalb beschlossen wurde, verstorbene Kameraden künftig zum Kriegerdenkmal fahren zu lassen, wenn die Entfernung Sterbehaus — Kirche von 4 Trägern nicht zu bewältigen ist. Solange im Ort ein Pferd zur Verfügung steht, soll der Leichentransport mittels Pferd, ansonsten mit Traktor erfolgen".
Bis zum nächsten größeren Einsatz am 08.12.1974 in Metten (Hoch­wasser-Dammbefestigung) waren die Jahre wieder von diversen Vorstandwechseln geprägt. 1971 legte der verdiente Kommandant Karl Geiger sein Amt nieder. Bei den Wahlen ging Karl Mühlbauer als Vorstand hervor. 1. Kommandant wurde Utto Schnelldorfer, 2. Kommandant Manfred Eibl. Am 29.01.1972 legten beide, wegen „kleiner Spannungen im Verein", ihr Amt wieder nieder. Karl Karmann als 1. Kommandant und Konrad Pfeffer als 2. Kommandant leiteten nun für längere Zeit die Geschicke der Wehr mit Umsicht und Zufriedenheit.
Besonders stolz waren die Feuerwehraktiven als das langersehnte erste Tragkraftspritzenfahrzeug der Bestimmung übergeben werden konnte (05. Oktober 1974).

 

Wieder ein großer Tag für das kleine Dorf. 60 Vereine feierten mit der Feuerwehr Berg das 80jährige Jubiläum vom 19.05.1977 - 22.05.1977.

Fahnenjunker
Raimund
Kraus
Fahnenmutter
Anna
Helmbrecht
Ehrenmutter
Mathilde
Schattauer

von links:
Schober Renate, Grabmeier Gabriele, Kandier Herta, Batzer Martha, Batzer Roswita, Schattauer Mathilde, Helmbrecht Anna, Karmann Andrea, Artmeier Martina, Amesberger Christa, Artmeier Christiane, Jungbeck Claudia, Kraus Cornelia, Freundorfer Brigitte.

Pfeffer Konrad, Koller Max, Kommandant Karmann Karl, Treml Sonja, Kraus Raimund

Zukunftsorientiert zeigten sich die Verantwortlichen als sie 1978 eine Jugendfeuerwehr gründeten. Um die Zukunft der Wehr brauchen sich die Berger keine Sorgen zu machen. Mitglied in der Jungwehr zu sein, ist für die Berger Jugend „Ehrensache".

Die Jüngsten 1992:
Wettkampf am 16.05.1992 in Wendelstein bei Nürnberg

 

Mit dem Jahr 1981 begann eine neue Ära unter Vorstand Karmann Xaver. Die folgenden Jahre waren geprägt von ständigen Ergänzungen der Ausrüstung: Heusonde, neue Sirene, Piepser für den Kommandanten, Verbesserung der Löschwasserversorgung, 1985 Atemschutz.

Nicht zu vergessen sind sie gesellschaftlichen Aktivitäten, wie die Jahresausflüge — ein Dank für die geleisteten freiwilligen, ehrenamtlichen Stunden.

 

Am 27. Juli 1983 riss die Feuersirene das Dorf aus der Sonntagsruhe: Alarmstufe III! Großbrand bei Karmann Walter in Berg. Schon von weitem sah man eine riesige Rauch­wolke über Berg stehen. Obwohl viele Helfer versuchten das Vieh aus dem brennenden Stall zu retten, verbrannten 24 Rinder kläglich. So konnte sich die Brandbekämpfung nur auf die Rettung des Wohn­hauses konzentrieren.

 

Einstimmig wählten am 19.04.1986 die Feuerwehrkameraden einen jungen, dynamischen 1. Kommandanten: Josef Karmann.

„Man muß die Feste feiern, wie sie fallen": Die Feuerwehr Berg blickt auf das 90jährige Bestehen zurück (31.05.1984 - 03.06.1984)

 

Festgottesdienst im Schulhof, zelebriert von P. Paul Engelbrecht
Mathilde Scheßl, Josef Kasparbauer, Landrat a. D. Fritsch, Ehrenmitglieder: Egginger, Weber, Karmann Altbürgermeister Gilch - Bürgermeister Schmid

Leistungsabzeichen Stufe III Gold auf Rot (1986)


Immer wieder im Laufe der Jahre unterzogen sich Gruppen den Prüfungen zu den Leistungsabzeichen. Hier eine Gruppe mit Stufe III 5 Gold auf Rot (05.07.1986).


Gruppenfoto der gesamten Berger Wehr am 25.10.1986

Dass Gedenktage und private Feiern nicht vergessen wurden, zeigten die Geburtstage, bei denen die FFW Berg gratulierte. Hier, stellvertretend für viele, der 80. Geburtstag der Fahnenmutter Anna Helmbrecht und der 85. Geburtstag des Ehrenkommandanten Josef Kasparbauer am 06.03.1989.

80. Geburtstag Fahnenmutter Anna Helmbrecht

85. Geburtstag Ehrenkommandant Kasparbauer

Die guten Beziehungen zur Mettener Wehr unterstreichen die vielen gegenseitigen Patenschaften und gemeinsamen Übungen.

Pater Paul "dem Himmel entgegen"

 

Wieder ist es das Hochwasser, das am 26.03.1988 einen Pegelstand von 6,80 Meter bescherte: Das hieß für unsere Wehr - Katastropheneinsatz.

 

Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses am 28.-29.04.1990

Die Enge und die verkehrstechnisch gefährliche Lage des alten Feuerwehrhauses waren schon lange ein „brennendes" Problem der Wehr. Lange hat es gedauert und viele Hürden waren zu überspringen, bis die ehemalige Kfz-Werkstätte von Karl Karmann 1987 von der Gemeinde erworben werden konnte. 1989 begannen die Umbauarbeiten und schon im Frühjahr '90 konnten sie abgeschlossen werden. Rund 1000 Stunden Eigenleistung hatten dafür gesorgt, dass die Arbeiten schnell vonstatten gingen. In den letzten Tagen vor dem Fest erfolgte der Umzug vom alten Löschgerätehaus in die neue Unterkunft.

Zum neuen Haus gehört auch ein neues Inventar. Das zwölf Jahre alte LF 8 der Stützpunktfeuerwehr Metten sollte in Berg weiter seinen Dienst tun. Doch bei einem Unfall wurde es schwer beschädigt und war unbrauchbar. Nach langen Diskussionen im Gemeinderat einigte man sich, für Berg ein neues LF 8/6 schwer anzuschaffen.
Am 03.12.1991 traf das neue und zu diesem Zeitpunkt modernste Löschfahrzeug in Berg ein.

 

Zeitungsausschnitt

Weihe des Fahrzeuges LF8/6 - Ev. Pfarrer Schadeberg, P. Eberhard Lorenz, 17.05.1992

Das so erfolgreich verlaufende Jahr 1990 endete mit dem völlig überraschenden Tod der früheren Hauptlehrerin Frau Irmgard Preymann. Frau Preymann war eine große Förderin der Berger Wehr. Mit ihr endet auch die „Privatchronik" über die Feuerwehr, in der sie mit viel Liebe und Akribie alles in Bild und Schrift aufzeichnete. Ihr Werk wird in der Erinnerung weiterleben.

Das Jahr 1991 begann mit der Feier des 85. Geburtstages unseres Zweitältesten Feuer­wehrmitgliedes Liebl Max (24.01.1991).
 

 

 

Es war eine Geburtstagsfeier besonderer Art, als unsere Ehrenmutter Mathilde Scheßl 65 Jahre feiern konnte. Frau Scheßl, besser bekannt als „Schattauer Wirtin" war jahrelang Herbergsmutter und ist bis heute der Feuerwehr treu verbunden.



von links:
Egginger Max., Schmid Ludwig (Bürgermeister), Schnelldorfer Utto (2. Kommandant), Hofbrückl Christian (Schriftführer), Jubilarin Mathilde Scheßl, Vorstand Karmann X., Karmann Josef (1. Kommandant.)

 

Stilgerecht fuhren die Berger mit zwei Pferde­gespannen vor. Auf den festlich ge­schmückten Wägen ging es natürlich schon zünf­tig zu: Bier, Schnaps und Brotzeit hatte man dabei und die fünf Musikanten unter der Leitung des Rabensteiner Kapell­meisters Sepp Artmeier spielten fleißig auf. Xaver Karmann machte Vorstand Josef Lehner seine Aufwartung:,, Met- tener Feuerwehrkamer­aden, wir feiern nächstes Jahr unser lOOj ähriges Gründungsfest mit Fah­nenweihe. Wenn man so ein Fest feiert, braucht man einen schneidigen Paten-verein. Deshalb bitte ich die Mertener, die Paten­schaft zu übernehmen. Meiner Bitte schließen sich der Schirmherr, un­sere Ehrenmutter und unsere künftige Fahnen­mutter an. Beim Anblick des Faßl Bier und des großen Wurst und Brotkorbes sagte Josef Lehner bereitwillig und gerne: „Ja, wir nehmen die Patenschaft an und wollen ein guter Pate sein."

 

Mit weiteren Verbesserungen an Ausrüstung und Einsatzbereitschaft, mit dem erfolgreichen Ausbau des Feuer­wehrgerätehauses (Gymnastikraum) und den Vorbereitungen auf das 100jährige Jubiläum (Patenbitten in Metten) endete das Jahr 1993 und endet auch diese Chronik.

Weitere glückliche Jahre - der Chronist Erwin Stubhahn, 1994


Geschichtliches ab 1994 ist noch im Aufbau!